Skip to main content

Carve-Out mit hoher Komplexität

In einem regelrechten Kraftakt gelang es, die ehemalige Clariant-Division Archimica in ein konzernunabhängiges Unternehmen zu transformieren und zeitgleich Unternehmensteile in einem geplanten Restrukturierungsprozess neu aufzustellen. Dabei durfte unter diesen Maßnahmen weder das operative Geschäft leiden noch die Steuerbarkeit des Unternehmens verloren gehen.

Lange galt in der Wirtschaft: Big is beautiful – erst recht in Zeiten der Globalisierung! Und doch trennen sich seit einiger Zeit immer mehr Konzerne von Unternehmensteilen, die nicht zu ihren Kernkompetenzen passen – umso mehr in der Corona-Krise. Diese sogenannte Carve-Outs, also die Herauslösung eines Segments aus einem Konzern und anschließende Überführung in die unternehmerische Eigenständigkeit, bietet für alle Beteiligten große Chancen, aber auch erhebliche Risiken.

Die Chance besteht darin, einen im Konzern bisher wenig beachteten Geschäftsbereich in einem konzernunabhängigen Umfeld neu aufzustellen und damit profitabler zu gestalten. Häufig unterschätzt wird jedoch die Komplexität der Aufgabe, denn ein Carve-Out erfordert umfangreiche strukturelle Auf- und Umbauarbeiten an einem Unternehmen, das mit lebenswichtigen Funktionen wie Einkauf, Personalwesen, Rechnungswesen sowie IT-Systemen noch mit der Konzernmutter verbunden ist und bei laufendem Geschäft auf eigenständige Strukturen und Systeme umgestellt werden soll. Wenn zugleich noch Restrukturierungsmaßnahmen notwendig sind, erhöht sich die Komplexität der Aufgabe für das Management um ein Vielfaches.

Die in Frankfurt ansässige, mittelständische Unternehmensberatung GHK Management Consulting GmbH hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als erfolgreicher Berater und Umsetzer von komplexen Business Transformationen gemacht. GHK kann hier auf weitreichende Erfahrungen sowohl bei Carve-Outs als auch bei Restrukturierungsprojekten verweisen und verfügt dabei über die notwendige Expertise bei der Neugestaltung der Reporting-Strukturen sowie IT-gestützter, kaufmännischer Prozesse in mittelständischen Unternehmen. Hierbei ist GHK nicht nur der Berater, der bei der Konzeption und Implementierung unterstützt, sondern ebenso bei der Umsetzung aktiv mitwirkt, um neue Prozesse und Systeme für die Unternehmen operativ nutzbar zu machen.

Als die Herauslösung der Archimica Gruppe aus dem Clariant Konzern bevorstand, waren diese Fähigkeiten und Erfahrungen gefragt. Die Archimica Gruppe mit mehr als EUR 250 Mio. Umsatz, knapp 800 Mitarbeitern und Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich, Italien, UK und den USA ist ein pharmazeutisches Feinchemieunternehmen, welches im Wesentlichen aktive pharmazeutische Substanzen bzw. deren Vorprodukte produziert.

Die damalige Clariant Tochter wurde von einer angelsächsischen Private Equity Gesellschaft erworben. Kurz darauf wurde GHK als Transformations-Spezialist beauftragt, das neue Management professionell beim Carve-Out der Archimica Gruppe zu unterstützen. Wie üblich, musste dies in einer sehr kurzen Zeit erfolgen, da Clariant als ehemaliger Eigentümer die Shared Services der Archimica nur wenige Monate zur Verfügung stellte und die neuen Gesellschafter die Zahlung der zugehörigen hohen Servicegebühren frühestmöglich einstellen wollte. Gleichzeitig mussten einige Produktionsstätten in Italien und auch UK zeitnah restrukturiert werden.

Komplexitätserhöhend kam hinzu, dass ein komplett neues ERP-System auf SAP-Basis definiert und eingeführt werden sollte – die Entscheidung wurde bereits vor dem Engagement von GHK getroffen, so dass sich GHK auf die Unterstützung der Umsetzung konzentrierten konnte. GHK entlastete dabei das Archimica-Management im Rahmen des Projektmanagements und des -controllings. Darüber hinaus war es notwendig bei der Trennung vom Clariant Konzern die benötigten Stamm- und Bewegungsdaten der Archimica Gruppe eindeutig abzugrenzen und diese so aufzubereiten, dass z.B. die Stückkostenauflösungen für die Produktkalkulation keine Verzerrungen durch Kostenzuordnungen der bisherigen Konzernumlagen der Clariant aufwiesen. Des Weiteren mussten die im Rahmen der Konzeptionierung aufgestellten KPIs im Soll mit Bewegungsdaten im Ist vergleichbar sein, sodass eine in seine Einzelteile zerlegbare Kostenabweichungsanalyse möglich war. GHK unterstütze bei der Umsetzung überall dort, wo es hands-on notwendig war, um so die produktiven Ressourcen ohne Beeinträchtigung des operativen Geschäfts zu schonen.

Außerdem wurde GHK beauftragt, mit dem CFO der Archimica das Finanzcontrolling aufzubauen, um die notwendigen Reporting-Anforderungen der Private Equity Gesellschaft voll umfänglich erfüllen zu können. Auch bei diesem Teilprojekt war Umsetzungskompetenz gefragt: GHK musste den Datendurchlauf im neu implementieren SAP-System sicherstellen, um den Vergleich der operativen Ist-Daten mit den geplanten Soll-Daten zu ermöglichen. Diese Aufgabe war kurzfristig umzusetzen, um so rechtzeitig Steuerungsmaßnahmen bei entsprechenden Abweichungen ergreifen zu können.

Daneben stellte sich kurz nach dem Erwerb der Archimica heraus, dass die nicht profitablen Tochtergesellschaften bzw. deren Produktionsstätten doch aufwändiger restrukturiert werden mussten als zunächst gedacht. Das Management der Archimica musste deshalb neben einem Carve-Out-Konzept auch ein Restrukturierungskonzept u.a. für die englische Tochtergesellschaft in Manchester entwickeln und auch umsetzen. Auch hier konnte GHK aufgrund der vielfältigen Erfahrungen in ähnlichen Fällen unterstützen, indem ein Restrukturierungsmanager von GHK vor Ort in England das Restrukturierungskonzept umsetzen sollte. Hierzu wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, der folgende Kostensenkungen vorsah: Die Reduzierung der Mitarbeiterzahl, Einsparung bei den Eingangsstoffen, Verringerung der Energiekosten, Reparatur- und Instandhaltungskosten, Einsparungen bei Transport- und Vertriebskosten sowie bei den Forschungs- und Entwicklungskosten. Die Verantwortung zur Umsetzung der Maßnahmen wurde dem Restrukturierungsmanager von GHK übertragen, der das entsprechende Restrukturierungscontrolling aufsetzen sollte und an das Management der Archimica direkt berichtete.

Da GHK sowohl den Carve-Out als auch die Restrukturierung mit begleitete, konnten die Beratungsleistungen aus einer Hand angeboten und Archmica nutzbar gemacht werden. Für die unterschiedlichen Teilprojekte wie Sollkonzeption der Prozesse, ERP-Einführung, Aufbau eines Investoren-Reportings, Harmonisierung des Kontenplans oder auch das Restrukturierungsprojekt konnten jeweils die gleichen Grundinformationen verwendet werden, ohne jeweils einen größeren Vorlauf und damit zusätzliche Kosten pro Beratungsprojekt aufwenden zu müssen.

Der von allen beteiligten Projektpartnern erreichte, umfassende Erfolg lässt sich in fünf Punkten zusammenfassen:

  1. Der Zeitplan konnte trotz der engen Zeitvorgabe eingehalten werden.
  2. Das Archimica-Management konnte sich während des Carve-Out-Prozesses durchgängig auf das Tagesgeschäft konzentrieren.
  3. Die in das Projekt eingebundenen Archimica-Mitarbeiter wurden durch die operative Unterstützung der GHK Management Consulting GmbH in den Integrationsprojekten nachhaltig entlastet.
  4. Die Unterstützung bei der Umsetzung eines neuen ERP-Systems führte zu einer beschleunigten Einsatzfähigkeit, um die Archimica frühzeitig mit operativen und finanziellen KPIs steuern zu können.
  5. Die Restrukturierungsmaßnahmen griffen schneller als erwartet, weil ein erfahrener Restrukturierungsmanager genau wusste, was zu tun ist, um die notwendigen Maßnahmen kurzfristig umsetzen zu können.

Das Wichtigste aber ist: Die Archimica Gruppe konnte durch erfolgreiche Restrukturierungsmaßnahmen in kurzer Zeit ihre Profitabilität steigern, die mit Hilfe des implementierten ERP-Systems zeitnah steuerbar war.

 

Zitate zum Abschluss:

„Die Zusammenarbeit mit GHK war sehr vorteilhaft für uns. Wir hatten Partner mit einer hohen kaufmännischen Kompetenz, z.B. bei Controlling Prozessen, Restrukturierungskonzepten und deren Umsetzung, IT-Lösungen etc., welche beim Carve-Out eine wichtige Rolle spielte. Hervorzuheben ist die strukturierte, professionelle Vorgehensweise der GHK, welche, wie in einem Carve-Out wichtig, durch schnelle, effiziente und pragmatische Umsetzungen geprägt waren und damit bei den erforderlichen Maßnahmen jeweils zu einem hohen Nutzen/Kosten Faktor führte."
Dr. Andreas Schleicher, Geschäftsführer, Archimica GmbH

„Die Zusammenarbeit mit dem CFO und Geschäftsführer der Archimica GmbH war für uns ein großer Erfolg, da wir mit Herrn Dr. Schleicher einen professionellen und erfahrenen Manager unterstützen konnten, dem es sehr wichtig war, dass GHK als umfassender Beratungspartner die gesamte notwendige Palette abdecken konnte, die bei einem solch komplexen Vorhaben notwendig ist. Insbesondere unser Prozess Know-how, die fundierten Kenntnisse in der Finanzbuchführung und in der Berichterstattung als auch die Expertise bei IT-Lösungen waren für die Beauftragung die entscheidenden Kriterien.“
Dr. Andreas Dahmen, Geschäftsführer, GHK Management Consulting GmbH

Case Study anfordern

Ihre Kontaktdaten

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder.